Gedanken von Ignacio López und mir

Angeregt durch einige Passagen aus einem Interview mit Ignacio López (kursiv) halte ich hier meine Gedanken dazu fest.

Alles, was man in einem Unternehmen tut, muss darauf zielen, den Kunden zufrieden zu stellen und alles im Unternehmen muss darauf ausgerichtet sein, den Arbeiter zufrieden zu stellen. Alle großen Firmen, in denen ich gearbeitet habe, habe ich gerettet. Das beweist nur eines, dass mein Konzept stimmt: Mach die Kunden und die Arbeiter glücklich.
[Ausformulieren] Besteht hier ein Konflikt? Nein => machen. Ja => intelligent lösen. Zur Diskussion über Ziele bei der KFZ-Entwicklung: Die Triebfedern des Menschen sind Sex und Kommunikation, alles andere ist nur Mittel zum Zweck.

Teamarbeit mit teamfähigen Leuten ist wichtig:
Aus allen Arbeitern und den Ingenieuren habe ich ein Team gemacht. Und Sie können sich nicht vorstellen, wie diese Leute zusammengearbeitet haben.
[Ausformulieren] In wiefern gilt das Prinzip für Arbeiter in den Software-Fabriken? Also für die Ingenieure untereinander?

Der Kunde ist die Hauptfigur! Wie kann ich den Kunden zufrieden stellen? Gib ihm, was er will! Nur mit einem niedrigen Preis und höchster Qualität kann man genug Autos verkaufen.
[Ausformulieren] Kundenorientierung ist eine Pflicht, die man keinesfalls vernachlässigen darf. Die Kür ist: Wecke Bedürfnisse, die der Kunde vorher noch nicht kannte. Wie heisst es so schön im Film Robots: „Bedarf entdeckt, Bedarf gedeckt“. Dass die Formel „Bedarf geweckt, Bedarf gedeckt“ auch funktioniert, geht mir manchmal ganz schön auf den Keks. Mein Horror-Beispiel: Handy-Klingeltöne.

In der Römerzeit hatte man Streitwagen mit mehreren Pferden; und der Fahrer hat die Pferde gesteuert. Aber ohne die Pferde konnte er nicht fahren. Mit den Arbeitern ist es das Gleiche: Man braucht Techniken, um die Pferde zu steuern. Dafür muss man Ingenieur sein. Man muss ihnen zeigen, dass man sie liebt – und man darf keinen von ihnen feuern.
[Ausformulieren] Aber Abfindungsangebote darf man machen und umsetzen? -> Extra Diskussion!

Fairnis gepaart mit konsequenter Härte: Jedem, der gegen die Ziele und Ideen war, die ich durchsetzen wollte, habe ich zuerst alles erklärt. Wenn einer auch nur ein kleines bisschen intelligent war, hat er das sofort verstanden. Aber wenn er das nicht verstehen wollte, habe ich ihn aus dem Weg geräumt. Wäre er intelligent genug gewesen, hätte er verstanden, warum der Kunde und der Arbeiter die Hauptfiguren sind. Wenn nicht, musste ich ihn killen – und ich habe ihn gekillt.

Ich habe die Opel-Gruppe übernommen, als sie permanent 500 Millionen Mark Verlust pro Jahr gemacht hat. Dann wurde ich nach Europa geschickt, und in nur vier Jahren hat Opel 1,5 Milliarden Mark Gewinn gemacht. Das war kein Spaziergang. Das war Krieg!

Ein Loblied auf den VW Touareg: Geld, Besitz und Statussymbole interessieren mich überhaupt nicht. Sehen Sie zum Beispiel dieses Auto: Es ist ein VW Touareg. Es ist das beste Auto der Welt, besser als der Audi A8. Mit diesem Auto will ich eine Million Kilometer fahren. Mit dem A8 lag das Ziel bei 400000 Kilometern.

Produktivität läßt sich endlos steigern: Glauben Sie, dass der Prozess der Kostensenkung bei gleichzeitiger Qualitätsverbesserung jemals an ein Ende kommen kann? Nein, das geht immer so weiter. Es gibt kein Limit. Sie können die Produktivität endlos steigern. Wir alle werden sterben, bevor dieser Fortschrittsprozess an sein Ende kommt.

Heute kommen die Chinesen, um uns zu killen. China wird der größte Gegner im Wettbewerb werden. Man muss besser sein als die Chinesen. Und das ist nicht so einfach. Die Lösung ist die modulare Konstruktion.
[Ausformulieren] Meint Lopez eine Konstruktion zwecks modularer Fertigung oder meint Lopez tatsächlich eine modulare Konstruktion? Also eine Software-Fabrik die modulare Spezifikationen produziert?

Ein Drama: Als ich von Volkswagen wegging, haben sie einen Spanier auf meine Position gesetzt, der vorher Mitglied meines Teams war. Der war das große Problem. Er hat als armer Arbeiter ganz unten angefangen. Ich habe ihn da rausgeholt und aufgebaut, dann hat er geglaubt, der Chef zu sein. Und dann ist alles kaputtgegangen. Da ist Geld gestohlen und in die falschen Taschen gesteckt worden. Ich hatte im Bereich der Produktion eine Revolution ausgelöst. All das ist heute zerstört – wegen einer Person. Wäre er jetzt hier, würde ich ihn mit meinen bloßen Händen umbringen!
[Ausformulieren] Weiß jemand, um welche Person es hier geht? (Frage = Verstoß gegen RA-Regel)

Weitere Zitate von Ignacio López:

Meine Frau Margari habe ich dank meines einzigen Freundes kennen gelernt. Ich habe sonst keine Freunde.

Ich will wieder richtig arbeiten, egal für wen. Ich will, dass die Leute mich anrufen, sich bei mir melden, damit ich wieder nach meinem Konzept arbeiten kann. Mein Erfolg bestand darin, die richtige Richtung und das richtige Ziel zu finden und dieser Richtung und diesem Ziel immer zu folgen. Was ist das Ziel? Diese Frage ist der Schlüssel.

Die Manager, Präsidenten und Unternehmensführer haben alle keine Ahnung davon, was es bedeutet, ein Arbeiter zu sein. Für die ist das Leben der Arbeiter weiter weg als der Mars.

Um die Qualität eines Autos zu verbessern, muss vor allem die Qualität der Zulieferer verbessert werden. Dafür müssen Sie in die Fabriken der Zulieferer gehen.

Ich habe zu den Zulieferern gesagt: Kommt hierher, bringt eure Leute und eure Maschinen mit. Was ist das Ergebnis? Auf einmal arbeiten in Brasilien 3500 Menschen bei den Zulieferern – und nur noch 100 für Volkswagen.

Hinweise: Dies ist die erste Rohfassung, meine Kommentare werde ich zeitnah ausformulieren. Wer das Interview nicht in der Braunschweiger Zeitung gelesen hat, darf sich gern eine Privatkopie von meinem Exemplar des Interviews machen.

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