Die Urheberrechts-Reform wird er der aktuellen Situation nicht gerecht, …

… soweit kann ich Dieter Gorny Recht geben. Die Reform geht nicht weit genug, um die Zeit zurück zu drehen. Die radikale Veränderung durch die Digitalisierung wurde vor 26 Jahren von der Musikindustrie eingeleitet. Niemand hat damals die Einführung der Technologie mit Gesetzesreformen in Verbindung gebracht. Damals ist das Kind in den Brunnen gefallen. Nun, nach 26 Jahren von den Politikern zu verlangen, es wieder aus dem Brunnen zu holen, finde ich lächerlich. Das ist ein ein Armutszeugnis!

Aber nochmal von vorn: Der Bundestag hat im Januar eine weitere Reform des Urheberrechtsgesetzes verabschiedet, den sogenannten zweiten Korb. Und das BGH hat vor ein paar Wochen Urheberrechtsabgaben für Computer gekippt.

Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Musikindustrie e.V. sagt zu dem Thema in diesem Interview:

Weil der zweite Korb aus dem alten urheberrechtlichen Denken kommt, wird er der aktuellen Situation nicht gerecht. Die Reform greift zu kurz, weil sie die neuen Herausforderungen mit alten Mitteln in den Griff kriegen will.

Die Privatkopie hat mit den technischen Möglichkeiten, die es heutzutage gibt, eine andere Wertigkeit bekommen. Früher war das zeitlich eine Eins-zu-eins-Arbeit. Wenn ich was aufnehmen wollte, dann dauerte das genauso lange wie das Anhören. Es gab also eine natürliche Begrenzung durch die verfügbare Zeit. Das hat sich durch die Digitalisierung radikal verändert. Sie können blitzschnell und verlustfrei Musiktitel übertragen.

Eine Erlaubnis von Privatkopien bedeutet heutzutage z.B., am Abend vor dem zu Bett Gehen einer Computersoftware zu sagen: „Durchforste doch mal alle Webradios nach Titeln von Robby Williams, Tokio Hotel und Madonna“ und am nächsten Morgen haben Sie dann eine vollständige neue Musiksammlung auf ihrem Computer. Das hat mit dem, was einmal als Privatkopie definiert war, nichts mehr zu tun.

In einem anderen Gespräch sagte ihm jemand: „Wenn ich Künstler richtig toll finde, dann kauf ich deren Sachen, dann helfe ich denen.“ Dieses Gefühl, diesen Respekt, müssen wir wieder im Bewusstsein der Menschen verankern.

Ich habe Respekt vor den Künstlern, aber nicht vor der Musikindustrie: Die hat’s vermasselt.

Das Interview ist trotzdem lesenswert, finde ich.

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Eine Antwort to “Die Urheberrechts-Reform wird er der aktuellen Situation nicht gerecht, …”

  1. 강남백마 Says:

    Thank you for sharing your info. I really appreciate your efforts and I am waitimg for youjr
    further post thank you once again.

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