Schlaganfall

Entschuldigung, aber erst jetzt durch zwei Wochen Klinik-Aufenthalt habe ich nach dem Schlagabfall den Kopf wieder frei genug, um ausführlicher mit meinen Freunden und Bekannten zu kommunizieren. Aber nun erstmal in Kurzform, was passiert ist:

Die Symptome Anfang Dezember und am Tag vor dem Schlaganfall wurden von mir nicht verstanden. Am 16. Dezember kam ich mit einem Schlaganfall ins Krankenhaus. Glück im Unglück: Die Ärzte meinten, dass dieser Schlaganfall eine recht gute Prognose hätte.

Ich verbrachte Weihnachten und Neujahr mit meinen Kindern und meinen Eltern zu Hause. Kopfschmerz, Schwindel und wenig Gefühl in der linken Körperhälfte manifestierten sich.

Anfang Januar begannen meine 5 Wochen Rehabilitation und ich hoffe, das bald wieder Normalität in mein Leben einkehrt, auch wenn es eine neue Normalität sein wird.

Soweit die Kurzform.
Hier nun die Details:

Inzwischen ist Weihnachten vorbei und das neue Jahr ist bereits über zwei Wochen alt. Erst jetzt habe ich einigermaßen den Kopf frei, um mich mal wieder bei Freunden und Bekannten zu melden. Zwischendurch musste ich mich auf mich selbst und meine Kinder beschränken. Meine Eltern haben zwischen Weihnachten und Neujahr mit ihrem Besuch ermöglicht, dass meine Kinder bei mir sein können. Alle Tätigkeiten waren eine Zeit lang sehr anspruchsvoll für mich, auch das, was früher Routine war.

Inzwischen bin ich seit fast zwei Wochen in der Median-Klinik in Flechtingen zur Rehabilitation und langsam geht’s mir besser. Aber der Reihe nach:

Anfang Dezember begann alles mit einem schmerz im Nacken, es fühlte sich an wie eine Verspannung durch falsches liegen und ging durch Massage oder Entspannung auch wieder weg; ich dachte mir nichts Schlimmes.

Am 15. Dezember war ich mit meinen Arbeitskollegen Billard spielen. Hier überkamen mich erstmals Schwindelgefühle und ein Kribbeln in einer Gesichtshälfte. (zu ergänzen) Auch vermindertes Schmerzempfinden auf der rechten Kopfhaut-Hälfte hätte eine Warnung sein können, wurde von mir aber nicht verstanden. Ich hatte zwei Tage später eh einen Arzttermin und nahm mir vor, die Symptome dort anzusprechen. Eine Kollegin gab mir Aspirin dadurch wurde es zunächst wieder besser.

Zu dem Arzttermin kam es nicht mehr. Am nächsten Tag wurde mir bei einer späten Besprechung plötzlich wieder schwindelig. Ich konnte meine Bewegungen nicht mehr richtig koordinieren; ich kippte beinahe vom Stuhl und das wahrgenommene Bild meiner Umgebung stand etwa 30° schief. Vielleicht war das einer der Gründe, warum ich so leicht ins Kippen kam. Außerdem stand mir kalter Schweiß auf der Stirn. (zu ergänzen)

Ich folgte noch ein paar Minuten der Besprechung und die Kollegen hatten sich rührend um mich gekümmert: Die Beine wurden hoch gelegt, ich bekam ein paar feuchte Tücher und ein Kollege suchte online mit seinem Handy ein paar Telefonnummern raus.

Nachdem es nicht besser wurde und mein Hausarzt nicht erreichbar war, rief ich die 112 an, und wurde innerhalb von etwa 10 Minuten abgeholt. Die Sanitäter prüften meine Körperreaktionen, schoben mich im Rollstuhl durch den Fahrstuhl nach draußen und hoben mich in den Krankenwagen. Das war meine erste Fahrt in einem solchen Auto und dann gleich mit Martinshorn.

Im Krankenhaus wurde kurzfristig eine CT gemacht, um eine Hirnblutung auszuschließen. Ich bekam Blut verdünnende Medikamente. Eine Lasertherapie wurde nicht gemacht, ich muss bei Gelegenheit mal fragen, warum nicht.

In den folgenden Tagen wurde ich von verschiedenen Ärzten untersucht. Offenbar ist die innere Schicht eines Blutgefäßes geplatzt; dadurch gerann Blut in dieser Ader. Als sich etwas geronnenes Blut löste, verstopfte dieses die Blutversorgung zu einem Teil des rechten Kleinhirns und des rechten Stammhirns. Mann konnte das schlecht durchblutete Gebiet deutlich auf den MRT-Aufnahmen sehen. Ich will im Krankenhaus noch nach einer DVD mit den Bildern fragen.

Zwischen Weihnachten und Neujahr wurden die meisten Patienten aus dem Krankenhaus entlassen. Auch ich durfte die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr – wie bereits unter anderen Umständen geplant – mit meinen Eltern und Kindern verbringen.

Ich konnte im Krankenhaus anfangs immer noch nicht gehen, ohne mich festzuhalten und mein Blick lieferte mir immer noch ein schiefes Bild. In der Woche nach dem Anfall manifestierten sich folgende Symptome:

  • Ein stechender Schmerz im Nacken
  • Wenig Gefühl für Schmerz, Hitze und Kälte in meiner gesamten linken Körperhälfte
  • Gleichgewichtsstörungen

Am Dienstag, den 4. Januar kam ich nach Flechtingen. Die ersten Tage waren etwas langweilig und wenig vielversprechend. Mein zweiter Tag war jedoch ein Feiertag und ich hatte bisher nur gutes von Kollegen, Freunden und Bekannten über die Klinik gehört, also war ich zuversichtlich.

Anbei ein schlechtes HDR-Bild von meinem Zimmer. Im Hintergrund sieht man das Gebäude der Klinik 2 und den kleinen Balkon. Vorne links steht der neue Flachbildfernseher. Ich will mal versuchen, den an mein Notebook anzuschließen.

Am 6. Januar ging es langsam los, mit der Rehabilitation. Inzwischen mache ich hier folgende Therapien: Gymnastik und Koordinations-Fördernden Sport, Ergometer (einfaches Indoor Cycling Bike), Schwimmen und Gymnastik im Wasser, Wasserball, Fangopackung (hilft gegen den Kopfschmerz), Entspannungsübungen, Stressbewältigung, Hochvoltstrom, Fußreflex-Massage sowie Wechsel-Arm- und -Fußbäder. Außerdem hatte ich diverse Termine zur psychischen und physischen Diagnostik und zur Beratung.

Nach der Trennung ist das nun der zweite große Einschnitt in meinem Leben innerhalb von einem Quartal. In Zukunft wird es eine neue Normalität für mich geben und ich habe noch ein paar Wochen in der Klinik Zeit, das zu verarbeiten und mir darüber klar zu werden, wie diese neue Normalität aussehen soll. Zum Glück haben sich die langfristigen Randbedingungen durch den Schlaganfall nur leicht verändert: Weniger Stress, Salz- und Fettärmer essen und mehr Sport treiben. Das sind gute und wichtige Vorsätze für das Jahr 2010.

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3 Antworten to “Schlaganfall”

  1. Andreas Says:

    Hallo Torsten,

    nach längerer Zeit habe ich mal wieder in dein Blog reingeschaut und war im ersten Moment etwas erschrocken über die Meldung.

    Ich wünsche dir eine rasche Genesung.

    Gruß

    Andreas E.

  2. Claus - Peter Brückner Says:

    Hallo Torsten,

    von Juri habe ich gehört, dass es doch etwas länger dauert, als ursprünglich gedacht.
    Also lass es ruhig angehen, und denk erst mal an Dich. hier verpasst Du nichts, was Du bedauern müsstest. Ich drücke weiterhin fest die Daumen dafür, dass alles wieder ganz in Ordnung kommt.
    Ein Bitte habe ich noch. Ich würde gern dem Frank Klinkenberg einen Link zu einem TV Beitrag geben, in dem es um Energiekonzepte, E- Fahrzeuge etc. ging. Finde den Link nicht mehr. Im Herbst hatte ich Dir den Link auf einem Zettel gegeben. Du hast den Link per Mail an Deine Privatadresse geschickt (glaube ich). Falls Du dazu was rausbekommen könntest wäre das prima. Wenn nicht, dann nicht.
    Liebe Grüße Claus – Peter

  3. Madeleine Says:

    Darf man fragen, wie es Dir ketzt geht?
    Hoffe gut…

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