Kriterienkatalog für Experten

Michael Jörns zweifelte auf der letzten UBW-Sitzung daran, ob man als Ratsmitglied ohne fachlichen und sachlichen Hintergrund ein Baugebiet festlegen kann. Auch ich hatte meine Bedenken zu dem Kriterienkatalog per E-Mail im April geäußert:

1. Wirtschaftliche Bewertung

Ich würde diese wirtschaftliche Abschätzung lieber aufgrund von Erfahrungen und statistischen Grundlagen durchführen lassen. Viele wirtschaftliche Aspekte tauchen in den folgenden Kriterien nochmal auf. Solche Einzelbetrachtungen sind viel transparenter als eine aufsummierte wirtschaftliche Bewertung.

2. Anbindung zur B4 (Verkehrsinfrastruktur)

Hier geht es u.a. darum „Wie lang ist der Weg vom Baugebiet, um auf die B4 zu kommen“. Diesen Weg müssen wir nicht abschätzen, sondern sollten ihn anhand von Kartenmaterial ermitteln. Die Kosten für eine Anbindung zur B4 sollten von Experten abgeschätzt werden.

3. Schulweg

Die Weglänge müssen wir nicht abschätzen, sondern sollten ihn anhand von Kartenmaterial ermitteln. Die Sicherheit des Schulwegs ist für die unterschiedlichen Wege leicht abschätzbar.

4. Erschließungskosten (z.B. Bodenverhältnisse)

Die Erschließungskosten sollten in die wirtschaftliche Bewertung einfließen und sind indirekt auch in anderen Kriterien versteckt. Die Bewertung würde ich lieber von einem Experten durchführen lassen.

5. Schaffung von Arbeitsplätzen

Indirekt müßte der Punkt bereits in den Gewerbesteuern stecken und daher in die Wirtschaftliche Bewertung einfließen. Mir aber ist im Moment nicht klar, warum sich die Baugebiete unterschiedlich auf die Arbeitsplätze auswirken, also mit welchem Mechanismus.

6. Vermarktbarkeit

Die Vermarkbarkeit sollte in die wirtschaftliche Abschätzung einfließen. Die Lärmbelästigung z.B. durch die zukünftige B4-Umgehung spielt bei der Vermarktbarkeit natürlich eine große Rolle und kann von Experten objektiver beurteilt werden.

7. Verkehrsinfrastruktur zu bestehenden Verkehrswegen

Die Frage „Wird der Verkehr durch den Ort geringer und damit sicherer, oder nimmt er zu?“ läßt sich auch von Nicht-Experten leicht abschätzen, auch die Verkehrsbelastung an den Ein- und Ausfahrten zu den Wohngebieten.

8. Ausgleichsmaßnahmen

Die Ausgleichsmaßnahmen sollten in die wirtschaftliche Abschätzung einfließen. Es gibt im Flurplan „weiße“ und „grüne“ Flächen. Grüne Flächen schneiden schlechter ab. Falls z.B. ein Bauer für Ausgleichsmaßnahmen sorgt, der sein Land verkauft, muß das zwar nicht direkt die Gemeinde bezahlen, aber Land, das keine Ausgleichsmaßnahmen erfordert, ist vermutlich immer preiswerter.

9. Ökologie

Mir ist unklar: Gibt es ökologische Einflüsse, die nicht durch Ausgleichsmaßnahmen kompensiert werden? Wir könnten bewerten, ob die Ausgleichsmaßnahmen bei uns oder in anderen Gemeinden erfolgen können.

10. Erhaltung des dörflichen Charakters

Die Frage, wie gut sich die neuen Wohngebiete gut in den Ort integrieren oder eher den Charakter von „Inseln“, also eigenständigen Siedlungen haben, läßt sich auch von Nicht-Experten leicht abschätzen.

11. Lärmbelästigung – Immissionschutz

Die Frage, ob die duchschnittliche Lärmbelastung für alle Bewohner incl. derer des neuen Baugebietes besser oder schlechter wird, läßt sich zum Teil von Nicht-Experten abschätzen. Für die zukünftige Lärmbelastung der B4-Ungehung sollten wir jedoch Experten befragen.


Morgen ist die 24. Umwelt-, Bau- und Wegeausschusssitzung. Auf TOP 8 steht die Ausweisung eines Baugebietes, die Änderung des F-Plans und die Vorstellung des Konzeptes der IDB.

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