Mitsegelt in Griechenland [Update]

Sylvia und ich waren zwei Wochen auf dem Mittelmeer segeln (Volos, … Alonnisos, … Thessaloniki). Wir sind an Bord der Anahita II mitgesegelt.

Wir haben Anfang August offenbar die wärmsten Tage mit 30 bis 38°C erwischt. Mir sind gleich am ersten Tag von der Hitze die Beine und die Füße geschwollen, aber umso mehr habe ich mich auf die Abkühlungen beim allabendlichen ankern und baden gefreut.

Leider hat „die Chemie“ zwischen der Skipper-Crew und den Gästen nicht so recht gestimmt. Wenn die Gäste was gemacht haben, wurde fast immer gemeckert. Obwohl alle Gäste gesagt haben, dass sie auch gern mal ans Ruder möchten, hat die gesamten zwei Wochen nicht einmal ein Gast am Ruder gestanden.

Sylvia und ich haben unse Erwartungen schnell von „aktiver Segeltörn“ auf „passive Kreuzfahrt“ umgestellt, um weitere Konflikte zu vermeiden. Das hat einigermaßen gut funktioniert. Fazit: Wir machten den Abwasch nach dem Frühstück und haben uns danach segeln lassen, bekamen Schnittchen und Getränke und konnten uns an Bord einen gemütlichen Schattenplatz suchen. Es war also weniger ein Aktiv-Segelurlaub und wir konnten das Mittelmeer genießen.

Am Ruder war meistens der Autopilot (genannt „Charly“). Ich kenne „segeln“ eigentlich so, dass man oft nach dem Wind segelt, also die Segel richtig einstellt und dann den Kurs nach der Segelstellung fährt. Dadurch kann man auf leichte Veränderungen von Windstärke und Windrichtung immer richtig reagieren und optimal segeln.

Aber das kann „Charly“ nicht. Und anstatt sich dann selbst ans Ruder zu stellen oder einem Gast anzubieten, ans Ruder zu gehen, wurden die Segel geborgen und der Motor angeworfen, wenn „Charly“ überfordert war. Es gibt eben solche und solche „Segler“.

Meine einmalige Nachfrage, ob ich nun mal an’s Steuer kann, wurde mit der Begründung abgelehnt, der „Charly“ könne besser steuern als ich. Ich wollte mich über derartige Äußerungen nicht mehr ärgern und habe dann auch nicht nochmal gefragt, zumal ich dann in der prallen Sonne gestanden hätte. Für Griechenland sollte eine Segelyacht so ausgerüstet ein, dass der Steuermann auch im Schatten stehen kann.

Der Tiefpunkt der Stimmung war erreicht, als nach der ersten Woche die Niedergangstreppe brach. Eine Holztreppe ist normalerweise so konstruiert, dass man die Stufen auch auf der Vorderkante belasten kann. Die Niedergangstreppe auf der Anahita II ist aber so konstruiert, dass man die Treppenstufen nur auf der hinteren Hälfte belasten darf. Als ich eine Stufe „falsch“ belastete, brach sie unter mir weg und ich stürzte den Niedergang runter. Weder der Skipper noch seine Frau waren um mein Wohlergehen besorgt, alle haben gejammert, dass die Treppe kaputt sei und mit mir geschimft.

Natürlich geht man einen Niedergang nur rückwärts runter, denn vorwärts besteht die Gefahr, dass man stürzt. Ich habe mich für mein Versehen, die Treppe vorwärts runter zu gehen, sofort entschuldigt; aber die Stimmung der Crew war für den Rest des Törns ziemlich angeschlagen. Shit happens, Schwamm drüber.

Doch kein Schwamm drüber?

Nach dem Törn veröffentlichte die Skipper-Crew auf ihrem Blog noch einen Bericht, in dem ich als Gast ziemlich „dusselig“ dargestellt werde. Ich weiß nicht, warum die das tun und werde mich hier mit unseren Vermutungen zurückhalten. Auf der Anahita II segeln Sylvia und ich jedenfalls nicht mehr mit.

Update: Ich hatte noch versucht, im Anahita-Blog ein Kommentar zu hinterlassen, aber das Blog hat eine „Zensur-Funktion“ und mein Kommentar wurde bis heute (21. September) nicht freigegeben und nicht beantwortet:

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Eine Antwort to “Mitsegelt in Griechenland [Update]”

  1. genusssegler Says:

    Schade dass es bei Eurem Törn nicht so rund gelaufen ist mit dem gemeinsamen Segeln. wir haben unter http://www.genuss-segeln.de unser Logbuch veröffentlicht und würden uns über Beiträge und kommentare freuen. Fazit nach 1.5 Monaten: noch klappt alles ,-)

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